Grenzg├Ąnge

Das Klischee des verr├╝ckten Psychiaters ist nicht neu; der geringe Unterschied zwischen Patient und Arzt in Hinsicht auf psychische Stabilit├Ąt wird in Literatur und Film immer wieder ernst und unernst durchdekliniert. Sabine Trinkaus hat sich f├╝r ersteres entschieden. Die Psychiaterin Nadja Sch├Ânberg bekommt einen komplizierten Fall zugewiesen. Konstanze Friedrichs ist eine prominente TV-Gr├Â├če und ziemlich von der Rolle. F├╝r die Klinik bedeutet ein Promi viel Renommee, auch wenn das Management darauf bedacht ist, den Aufenthalt der Dame in der Psychiatrie unter Verschluss zu halten. Konstanze  f├╝hlt sich von ihrem sadistischen Ex verfolgt. Nadja Sch├Ânberg soll die am Rande von Nervenzusammenbr├╝chen Wandelnde wieder stabilisieren.  Das Problem ist nur, was ist wahr, was ist falsch was die Patientin da erz├Ąhlt? Wenn der Ex vor den Augen Konstanzes ihren kleinen Hund auf bestialische Weise umgebracht hat, warum sind dann keine Spuren vom Kadaver zu finden?  Der Ex wiederum h├Ąlt Konstanze f├╝r eine drogens├╝chtige, karrieregeile, eiskalte Irre. Die Widerspr├╝che lassen sich lange nicht aufl├Âsen und daraus bezieht Seelenfeindin (Emons) nat├╝rlich die Spannung. Das Thema Wahn und Wirklichkeit ist in j├╝ngster Zeit von Federico Axat in Mysterium (Atrium) aufgegriffen worden und in einen feinen, ganz au├čergew├Âhnlichen Thriller gepackt worden.

Teddy, bei dem ein Gehirntumor diagnostiziert wurde, glaubt, dass seine Sinnesverwirrungen von seinem l├Ądierten Denkorgan erzeugt werden. Die Psychiaterin Laura bem├╝ht sich, Licht in dieses schwarze Tohuwabohu zu bringen, doch es gibt unvorhersehbare Komplikationen. Der argentinische Autor zelebriert hier die Br├╝chigkeit der Wahrnehmung auf raffinierte Weise. Unbedingt lesenswert.


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