Rosenkriege sind hässlich, besonders wenn ein Kombattant dabei ermordet wird. Alan Lee, ein ebenso skrupelloser wie reicher Geschäftsmann wird erschossen. Hauptverdächtige ist seine Noch-Ehefrau, die er jahrelang betrogen und geschlagen hatte. Da das alles in Malaysia spielt, wo es noch die Todesstrafe gibt, bereitet sich die schöne Chelsea resigniert darauf vor, gehängt zu werden. Alan hat seiner Frau noch post mortem üble Rache angedeihen lassen. Er ist heimlich zum Islam übergetreten womit seine drei Kinder automatisch zu Mohammedanern geworden sind und laut Scharia-Gericht nicht bei der ungläubigen Mutter bleiben können, sondern zu einer mohammedanischen Pflegefamilie gebracht werden sollen. Der Retter in der abgrundtiefen Finsternis ist kein strahlender Ritter, sondern der fette Inspektor Singh, ein Sturschädel aus Singapur, der Chelsea pro forma beistehen soll. Sie ist nämlich Bürgerin von Singapur und die dortigen Politiker wollen demonstrieren, dass sie sich um ihre Einwohner im Ausland kümmern. So irrwitzig dieser Fall auch scheint, stammt er doch von eine Autorin, die sich im Justizwesen von Malaysia auskennt und einigen Realitätsbezug in Anspruch nehmen darf: Shamini Flint war Rechtsanwältin in Malaysia und Singapur, Die tödliche Familie Lee (Langen Müller) ist ihr erster Krimi. Neben der innerfamiliären Tragödie reißt sie auch noch ein anderes Thema an, das für Südostasien höchst aktuell ist. Es geht um die illegale Rodung von Regenwäldern, die Vertreibung und Ermordung von Eingeborenen und eine korrupte Politik, die von Schlägerungen und Waldbränden profitiert. An weiteren Kalamitäten in die sich Inspektor Singh verstricken kann, wird kein Mangel herrschen.

Liebe Frau Sperl, schade, dass Sie nicht deutlicher sagen, ob es sich um ein Sachbuch oder um einen spannenden und gut geschriebenen Krimi handelt. So bleibe ich ein bisschen ratlos und finde keinen Hinweis, ob ich das Buch lesenen soll oder nicht. Ihr Tobias gohlis